Wanderung

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Wan|de|rung ['vandərʊŋ], die; -, -en:
längerer Weg durchs Land, der zu Fuß zurückgelegt wird:
eine [kleine, große, lange, fünfstündige, ganztägige, achttägige] Wanderung machen, planen; eine Wanderung durch die Vogesen, im Harz.

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Wạn|de|rung 〈f. 20
1. das Wandern
2. Ausflug zu Fuß
3. Strecke, die man gewandert ist
4. Wechsel des Wohnsitzes (von Völkern, Tieren)
● eine weite \Wanderung machen, unternehmen

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Wạn|de|rung, die; -, -en [spätmhd. wanderunge]:
1. längerer Weg durch die Natur, der zu Fuß zurückgelegt wird:
eine lange, weite, ganztägige W.;
eine W. von vier Stunden;
eine W. durch den Wald, durch das Watt, über einen Gletscher;
eine W. machen, unternehmen.
2. das Wandern (3):
die -en, die W. der Nomaden, der Lachse, der Zugvögel, der Karibus, der Kröten.
3.
a) das Wandern (2):
auf seinen abendlichen -en durch die Altstadt;
b) Fußmarsch, Gang.

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Wanderung,
 
in Demographie und Sozialwissenschaften die Ausführung einer räumlichen Bewegung, mit der ein vorübergehender oder permanenter Wechsel des Wohnstandortes einhergeht. Wanderung ist somit eine Hauptform der räumlichen (regionalen, geographischen) Mobilität; die zweite als Zirkulation (zirkuläre Mobilität) bezeichnete Hauptform beinhaltet räumliche Bewegungen ohne Wohnsitzwechsel, d. h. im Wesentlichen Bewegungsabläufe zwischen Wohnung und Arbeits- oder Ausbildungsstätte (Pendler), versorgungsorientierte Raumbewegungen sowie solche im Zusammenhang mit Freizeit- und Urlaubsaktivitäten. In der amtlichen Statistik werden im Allgemeinen Wohnsitzverlagerungen innerhalb der kleinsten administrativen Einheit nicht erfasst und zählen nicht zu den Wanderungen; entsprechend definiert die amtliche Statistik in Deutschland Wanderung als Wohnungswechsel von einer Gemeinde in eine andere.
 
Die Statistik der Wanderung kann auf direkten und indirekten Erfassungsmethoden basieren. Bei den direkten Methoden ist weiterhin zwischen einer unmittelbaren und einer nachträglichen Erfassung zu unterscheiden. Eine Registrierung zum Zeitpunkt der Wanderung setzt ein staatlich geordnetes Meldewesen oder ein Bevölkerungs-Register voraus, das außerhalb Europas allerdings kaum verbreitet ist. In Deutschland bilden die bei einem Wohnsitzwechsel anfallenden Meldescheine die Erhebungsgrundlage. Eine nachträgliche Erfassung der Wanderung erfolgt gewöhnlich mithilfe von Volkszählungen (z. B. USA, Großbritannien, Brasilien), indem dabei nach dem Wohnsitz zu einem bestimmten Referenzzeitpunkt (gelegentlich auch nur nach dem Geburtsort) gefragt wird. Unter den indirekten Methoden ist die Differenz- oder Residualmethode am bekanntesten. Dabei errechnet sich die Nettowanderung (Differenz aus Zu- und Abwanderung) aus der Differenz zwischen zwei Bevölkerungs-Ständen (z. B. Volkszählungsergebnissen) und der Bilanz aus Geburten- und Sterbefällen. Die weitere Untergliederung der Wanderung nach formalen Gesichtspunkten erfolgt gewöhnlich in innerstaatlicher Wanderung (Binnenwanderung) und zwischenstaatlicher Wanderung (Außenwanderung, internationale Wanderung).
 
In großräumiger Perspektive weisen Europa und Nordamerika (namentlich die USA) weltweit die höchsten Zuwanderungen auf. Der jährliche Wanderungsgewinn wird für 1995-2000 auf 970 000 Personen für Europa und 930 000 Personen für Nordamerika geschätzt. Daneben hat nur noch Australien/Ozeanien (81 000/Jahr) eine positive Bilanz, während die Werte für Asien (—1,21 Mio.), Lateinamerika (—492 000) sowie Afrika (—287 000) negativ sind. Dabei l sind v. a. solche Länder von grenzüberschreitenden Wanderungen betroffen, die in politischen und wirtschaftlichen Krisenregionen liegen und Ziel- beziehungsweise Herkunftsgebiete von Fluchtbewegungen geworden sind. In der 2. Hälfte der 90er-Jahre traf das v. a. für Afghanistan, Iran, Pakistan, Zentral- und Ostarika (Kongo/Zaire), Ruanda, Burundi, Tansania, Westafrika, Guinea, Liberia zu. (Migration)
 
 
H. Körner: Internat. Mobilität der Arbeit (1990);
 
World population monitoring, Jg. 6 ff. (New York 1990 ff.); The Cambridge survey of world migration, hg. v. R. Cohen (Cambridge 1995);
 
Migration in Europa, hg. v. H. Fassmann u. R. Münz (a. d. Engl., 1996);
 J. Bähr: Bev.-Geographie (31997);
 S. Castles u. Mark J. Miller: The age of migration (Basingstoke 21998).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Bevölkerungsexplosion: Ursachen und Folgen
 
Wanderungen: Menschen auf der Flucht
 
Wanderungen von morgen
 
Bevölkerungsexplosion und Wanderungen: Lösungsansätze
 
Migration: Europa im 20. Jahrhundert
 

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Wạn|de|rung, die; -, -en [spätmhd. wanderunge]: 1. längerer Weg durch die Natur, der zu Fuß zurückgelegt wird: eine lange, weite, ganztägige W.; eine W. von vier Stunden; eine W. durch den Wald, durch das Watt, über einen Gletscher; eine W. machen, unternehmen. 2. das Wandern (3): die -en, die W. der Nomaden, der Lachse, der Zugvögel, der Karibus, der Kröten; über die Stürme der nordwestgriechischen („dorischen“) W. (Fraenkel, Staat 257); Ü Dabei kam es vorwiegend zu einer W. der Wähler von der CDU zu FDP und FWG (Rheinpfalz 27. 7. 87, 10). 3. a) das Wandern (2): auf seinen abendlichen -en durch die Altstadt; während meiner traurigen -en durch die Säle (Hesse, Steppenwolf 190); b) Fußmarsch, Gang: Im Frankreichfeldzug waren es -en durch taufrischen Wald oder ... entlang der Meeresküste gewesen (Plievier, Stalingrad 256); von unseren mühseligen -en durch die große und kaltherzige ... Stadt, auf der Suche nach einer erschwinglichen Wohnstätte (Th. Mann, Krull 89).

Universal-Lexikon. 2012.

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